rfid working Bei der Lektüre des Precentral-Forums bin ich über ein interessantes Projekt gestoßen: Der Einbau eines RFID-Tags in das Palm Pre. In dem Anwendungsfall sollte damit der Zugang zu der lokalen U-Bahn sichergestellt werden, wo über entsprechende Karten die Fahrkosten von einem Guthaben abgebucht werden.

In Ermangelung eines passenden U-Bahn-Systems (und dem weiträumigen Verzicht auf öffentliche Verkehrsmittel im Allgemeinen) musste eine andere Karte mit Tag herhalten: Die Zutrittskontrolle zu meinem Arbeitsplatz.

Hier werden einfache Tags benutzt, die lediglich aus einer Kreisrunden Antenne, bestehend aus mehrere, hauchdünnen Kupferdrähten und einem winzigen Chip bestehen.

Auslösen des Chips

CIMG0213 Da der Chip in den Kunststoff der Karte eingegossen ist und die Technik sehr filigran ist, lässt sich der Tag nicht mechanisch auslösen. Die chemische Keule namens Aceton hilft bei diesem Vorhaben jedoch ungemein.

CIMG0219 Dazu wird die Karte in einem entsprechenden Gefäß (Glas, Porzellan) komplett mit der Flüssigkeit bedeckt. Nun heißt es kurz warten, in meinem Fall hat es circa eine halbe Stunde gedauert bis sich der Kunststoff soweit aufgelöst hat, dass man die Antenne samt Chip ohne Probleme dem Bad entnehmen konnte.

Einbau in das Pre

rfid backDie einfachste und schnellste Möglichkeit das Pre mit der Antenne zu verheiraten ist es die Technik einfach in die Batteriefachabdeckung einzukleben. Testweise ist dies mit etwas Klebeband geschehen, welches vorsichtig auf die Antenne geklebt wurde und dann den Tag festhielt. Aufgrund der geringen Dicke von Antenne und Chip lässt sich die Abdeckung danach auch ganz normal wieder aufsetzen.

Wie man die Antenne am schlausten einbaut hängt dabei auch von der Bauform ab. In dem Fall meines kreisrunden Exemplars war dies kein Problem, andere Antennen können größer sein und müssen gegebenenfalls einmal komplett innen herum verlegt werden. Hier geht Probieren über Studieren 😉

Funktionstest

Der erste Test verlief absolut problemlos: Das Gerät in die Nähe des Lesers halten, fertig. Alles funktionierte wie von der ehemaligen Karte gewohnt.

Mögliche Probleme

rfid chip Wie man auf den Bilder erkennen kann besitze ich den Touchstone, ein induktives Ladegerät. Sollte der RFID-Tag auf derselben Frequenz wie das Ladegerät horchen wird hier der Chip nach einmaligem Benutzen des Touchstones durchbrennen. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch eher gering, da die Frequenzen übereinstimmen müssen.

Update 12.01.2011: Auch nach mehrmonatiger Nutzung hat es keine Probleme gegeben.

Dieser Artikel ist auch auf dem hoch empfehlenswerten Hardware-/Software-Hacking-Blog slashhardware erschienen.

Advertisements

pre speedup WebOS ist zweifellos eines, wenn nicht das interessantes Smartphone-Betriebssystem auf dem Markt. Allerdings gibt es einen Nachteil, der den guten Gesamteindruck etwas trübt: Die allgemeine Geschwindigkeit.

So ist das Palm Pre mitnichten langsam, dennoch könnte etwas mehr Geschwindigkeit an einigen Stellen nicht schaden. So brachte beispielsweise das Update auf Version 1.4 schon Verbesserungen, allerdings liegt die Leistung damit immer noch entfernt von beispielsweise der eines iPhone 3GS.

Ein Grund für die vergleichsweise niedrige Performance: Die verbaute CPU im Pre ist zwar wie im 3GS für 600 MHz ausgelegt, wird allerdings nur mit 500 MHz getaktet (außer bei Spielen, wo WebOS automatisch einen Gang hochschaltet). So liegt natürlich nichts näher als die Leistung dadurch zu erhöhen, dass man auf 600 MHz geht – mit dem Tool CPU Scaler (zu finden in Preware) kein Problem. Ein geringer, aber merklicher Anstieg der Geschwindigkeit ist die Folge.

Allerdings hat der OMAP 3430 noch Ressourcen, die einen höheren Takt zulassen. Und so kam es nun zu einem Kernelpatch, der entweder 720 oder 800 MHz auf dem Gerät freischaltet – und der Effekt dadurch ist erstaunlich!

Installation des 800MHz Patches

Die Installation des Patches ist innerhalb kürzester Zeit mittels WebOS Quick Install erledigt: Einfach ein Script auf das Pre kopieren und dann mittels der eingebauten Konsole ausführen, fertig. Der gesamte Vorgang ist ausführlich im Precentral Forum beschrieben. Dort findet sich zudem der Link zum Download der Patches. Weiterhin sind dort auch Benchmarks und Videos dazu zu finden.

Nach dem Neustart lässt sich mittels des Konsolenaufrufs cat /proc/cpuinfo die Geschwindigkeit der CPU überprüfen, sie sollte jetzt bei ca. 800 MHz (beziehungsweise 720 MHz) liegen.

Was hat sich nach der Installation nun geändert?

Die allgemeine Geschwindigkeit des Pres ist spürbar besser, Anwendungen starten deutlich schneller (der erste Start beispielsweise des Browsers dauert immer noch relativ lange, beim zweiten ist er sofort da). Dieser Effekt lässt sich bei allen Apps ausmachen. Zudem ist das Scrolling, vor allem in langen Listen, flüssiger als vorher. Auch das Rendern von Webseiten und das Zoomen sind merklich schneller und angenehmer.

Geschwindigkeitsvergleich 500 MHz vs. 800 MHz

Dadurch, dass die CPU höher taktet ist erfahrungsgemäß natürlich auch mit höherer Verlustleistung und somit kürzerer Lebensdauer zu rechnen. Erstaunlicherweise melden viele Nutzer jedoch, dass die Temperatur unter Last abgenommen hat, so bleibt das Pre beispielsweise bei 3D-Spielen eiskalt, wie einige Runden auf den Strecken von Need for Speed gezeigt haben. Wer sich nicht auf sein Gefühl verlassen will, kann den Device Temperature Warnings Patch installieren, der die Temperatur überwacht und notfalls Alarm schlägt. Allerdings meldeten einige Nutzer nach der Installation Probleme, so dass ich davon abgesehen habe das Tool zu nutzen, wenngleich mittlerweile ein Bugfix nachgereicht wurde.

Einen weiteren Effekt kann der Patch auf die Laufzeit des Pres nehmen. Nach einem kompletten Tag mit dem 800 MHz Kernel konnte ich jedoch keine Verschlechterung außerhalb der normalen Schwankungen feststellen. Anderen Nutzer geht es ebenso, gemeldet wurde vereinzelt jedoch auch eine Reduzierung um ca 10%.

Bei Palm wird die Homebrew-Szene aktiv unterstützt und auch beäugt, und so kam es zu einem offiziellem Statement zu dem Patch. Wie nicht anders zu erwarten möchte Palm nicht dazu raten und weist auf den möglichen Verlust der Garantie hin. Wer schon vorher auf anderen Plattformen mit angepassten Roms gearbeitet hat wird das wenig erschrecken. Dennoch wird sich erst mit der Zeit zeigen, ob der angepasste Kernel langfristig einen negativen Einfluss auf das Gerät hat: Die Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr.

Erstes Fazit

Mein persönliches Fazit nach 1,5 Tagen mit 800 MHz: Ich will die Geschwindigkeit nicht mehr missen! Jetzt fühlt sich das Pre genauso an, wie man es von einem aktuellen Smartphone erwartet. Es kam zu keinen Problemen – das Palm läuft mit Patch absolut stabil, sicher und deutlich snappier. Sofern es also nicht zu unerwarteten Komplikationen kommt bleibt der Patch installiert.

Update: Ich hatte anstatt auf den Device Temperature Warnings Patch auf den BatteryMonitor verwiesen, das ist nun korrigiert.

Update 2: Mittlerweile ist der Patch für WebOS 1.4.1 / 1.4.1.1 verfügbar – auch als IPK-Paket, welches sich direkt per WebOS Quick Install installieren lässt. Damit entfällt das manuelle Kopieren und Ausführen per Terminal.

Update 3: Nach dem Update auf WebOS 1.4.1 nutze ich den 720 MHz Patch. Eine reduzierte Laufzeit lässt sich nicht bemerken, jedoch eine sprübar erhöhte Geschwindigkeit. Diese liegt nun nach einem kurzen Vergleich sehr deutlich vor dem iPhone 3G, je nach Anwendung auf Höhe mit dem 3GS. Das Motorola Milestone mit Android 2.1 wirkte im Vergleich nicht so snappy wie das Pre, Geschwindigkeitsvergleiche mit dem Browser unterstützen diesen Eindruck zusätzlich.

371 Das lässt mich wohl nie mehr los: Zertifikate in allen Variationen für alle möglichen mobilen Geräte. Heute: WebOS auf dem Palm Pre.

Das Installieren der Zertifikate für die Verbindung Exchange war kein großes Hindernis. Und zu meinem Erstaunen auch nicht beim Einrichten des WLANs. Der Einfachheit halber hier alle auszuführenden Schritte.

Hat man noch kein Zertifikat, benötigt für den WLAN-Zugang jedoch eins, lässt sich dieses einfach exportieren. Dazu auf dem Zertifikat-Server anmelden und folgenden Schritte durchführen:

1. “Start” > “Systemsteuerung” > “Verwaltung” > “Zertifizierungsstelle” öffnen

2. Rechtsklick auf die erste Zertifizierungsstelle, “Eigenschaften” öffnen

3. In der Liste das neuste Zertifikat auswählen, auf “Zertifikat anzeigen” klicken

4. In dem sich geöffnetem Fenster den Reiter “Details auswählen”, auf “In Zertifikat kopieren…” klicken

5. Weiter klicken, “Base-64-codiert X.509 (.CER)” auswählen und “Weiter” klicken

6. Jetzt noch einen Dateinamen auswählen und den Assistenten fertigstellen

Das erstellte Zertifikat muss nun auf das Pre übertragen werden. Am einfachsten geht das meist über das Versenden einer Mail ans Gerät, im Anhang das Zertifikat. Alternativ kopiert man sich einfach per USB.

Ist die Mail angekommen einfach das Zertifikat im Anhang antippen und im folgenden Fenster das Installieren des Zertifikates mit “Zertifikat vertrauen” bestätigen.

Das WLAN lässt sich jetzt ganz normal einrichten.

Palm Pre und Exchange

29. September 2009

image Am 13.Oktober 2009 wird das Palm Pre auch zu uns nach Deutschland kommen. Das war für mich Grund genug es sich vorab schon einmal anzuschauen. Da kein Gerät in Reichweite war bin ich auf das SDK ausgewichen, welches eine auf VirtualBox basierende Virtuelle Maschine mit webOS 1.2 mitliefert.

Neben der Softwareprogrammierung hat mich dabei auch die Integration in Exchange interessiert. Und wie sollte es anders sein: Beim Versuch das Pre mit meinem untenehmenseigenen Server zu verbinden bekam ich nur den Fehler, dass dem Zertifikat nicht vertraut wird. Das kannte ich ja bereits von Windows Mobile, wo selbst signierte Zertifikate nicht gerne gesehen werden. Lösung war damals: Manuelles Einspielen der Zertifikate.

Das Pre macht es hier einem leicht, wenn man weiß wie: Um dem Serverzertifikat zu vertrauen ist es lediglich notwendig den Exchange Webmailer manuell über den Browser aufzurufen (normalerweise https://exchange.meinefirma.de) – dank Multitasking funktioniert das auch während man die Verbindung noch einrichtet – und die Nachfrage, ob man dem Zertifikat vertraue zu bestätigen. Danach kann man den Browser schließen, die Verbindung mit Exchange funktioniert nun problemlos.