Erfahrungsbericht Microsoft Surface

19. November 2008

Rechtzeitig zur xtopia 08 sind die ersten Surface-Tische in Deutschland eingetroffen. Vor Ort hatte ich die Möglichkeit ein Entwicklermodell ausführlich zu testen.

image Der erste Eindruck: Ein schickes Gerät mit recht kompakter Bauform – ich hätte ihn mir größer vorgestellt. Zweiter Eindruck: Das Display ist ein bisschen dunkel, was aber auch an der starken Ausleuchtung der Räume gelegen haben dürfte.

Eine Angst vor Fingerabdrücken ist bei dem Tisch im übrigen unbegründet: Die Glasflache ist komplett angeraut, so dass sie nicht nur sehr wertig aussieht und sich auch so anfühlt, sondern auch resistent gegen Abdrücke ist.

Die eigentliche Bedienung klappte am vorliegenden Entwicklermodell im Großen und Ganzen reibungslos. Was störte war, dass der Surface nicht auf jede Berührung reagierte. In einer Demoanwendung war es mir nahezu unmöglich deine Schaltfläche zur Zusammenarbeit zu bewegen. Allerdings scheint hier lediglich das Programm störrisch gewesen zu sein, da die installierten Testprogramme alle Berührungen fehlerfrei erkannten. Multitouch-Anwendungen waren dabei generell jedoch etwas behäbig, nicht immer wurde das gemacht, was man eigentlich wollte. So klappte das Zoomen und Rotieren meist erst nach etwas Übung.

Zu Demozwecken waren verschiedene Anwendungen installiert, darunter ein Puzzle mit wählbarem Schwierigkeitsgrad, ein Bildbetrachter und auch einen xtopia-Demoanwendung. Sobald man in dieser seine Visitenkarte auf den Tisch gelegt hat, wurde diese gescannt und man automatisch in seinen Facebook-Account eingeloggt, so dass man einen Überblick über seine Kontakte und Bilder erhielt. War noch ein zweiter Teilnehmer vorhanden, konnte diese auch untereinander ausgetauscht werden. Die Visitenkarten mussten jedoch vorher mit einem Tag versehen werden, der auf die Unterseite dieser geklebt wurde und durch den der Tisch dann wusste, um welche Person es sich dabei handelt.

Ein Scanner der Informationen auf der Visitenkarte ist leider (noch?) nicht möglich, da die Auflösung der Kamera zu niedrig ist. Damit wären dann aber jede Menge toller Einsatzmöglichkeiten denkbar. Vor allem in Kombination mit der Anbindung von Smartphones über Wifi oder Bluetooth.

image Etwas problematisch ist momentan die Geschwindigkeit der Tische. Für normale Anwendungen ist diese zwar vollkommen ausreichend, sobald aber (viele) Animationen genutzt werden kommt die Hardware schnell an ihre Grenzen, so dass die Darstellung anfängt zu ruckeln und sich somit nur schwer bedienen lässt. Nicht ganz unschuldig daran wird die Tatsache sein, dass sämtliche Programme im Speicher gehalten werden, so dass dieser mit der Zeit gut gefüllt wird. Erst nach einem Logout aus dem Gerät wird dieser wieder frei gegeben. Eine Technologie wie bei iPhone, welche immer nur eine Anwendung gleichzeitig ausführt, wäre hier sicher von Vorteil.

Insgesamt zeigt sich der Surface aber schon sehr ausgereift. Vor allem softwareseitig ist es Microsoft für Entwickler gelungen, eine erstaunlich Komplette Arbeitsumgebung zu schaffen und damit neue Anwendungen zu erbauen. Die Hardware ist sehr robust und schick gemacht, hat hier und da aber noch kleine Schwächen, die jedoch auch ihre Ursache an dem recht frühen Entwicklungsstadium der gezeigten Programme haben können.

Die Idee zum Surface ist mittlerweile schon sieben Jahre alt, vor fünf Jahren wurde diese erstmals Bill Gates präsentiert und insgesamt 85 Prototypen angefertigt, bis das Gerät seine jetzige Form bekommen hat.

Surface in Aktion bei der CES 2008:

Fotos: bloggindagger@flickr

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