Seit gestern ist nun Windows 7 RC auf meinem Notebook, einem Samsung R560 Madril mit einem P8400, 4GB Ram und 500GB WD Platte, installiert. Also höchste Zeit für einen vorschnellen Erfahrungsbericht!

Nachdem die x64-Beta nicht wirklich brauchbar auf dem Gerät lief, habe ich die Installation der RC noch einmal in 64bit versucht. Das Ergebnis entspricht den Beta-Erfahrungen, die Hardware an sich funktioniert, die Samsung Dienstprogramme gibt es weiterhin nur für 32bit. So wird die Helligkeitsteuerung des Displays unmöglich, und wenn man sich die Augen nicht verderben will ist ein Arbeiten unzumutbar ob der zu hohen Helligkeit. Also wieder rauf mit der x86-Version:

Im Gegensatz zu der Beta habe ich mich nach einem CompletePC-Backup zu einem Upgrade meines Produktivsystems auf 7 RC entschieden. Die Installation war langweilig: Keine Probleme, keine Fehler. Nach einer gefühlten Stunde und ein paar Neustarts war Windows dann wieder ein nutzbar. Der erste Eindruck war bestens, alles war wie erwartet.

Ich hatte letzte Woche die RC bereits auf meinen Desktop sauber neu installiert und dadurch schon ein paar Erfahrungen sammeln können. Kurz: Alle Anwendungen laufen, das Betriebssystem fühlt sich sehr gut an, ist angenehm schnell und stabil.

Beim Upgrade war das nicht anders. Einzig zwei Kopierschutzanwendungen versagten den Dienst (unter anderem Starforce), woran ich aber auch nichts ändern werde. Die Daemon Tools sind in meiner alten Version nicht kompatibel, da muss ich updaten, wenn ich sie wieder brauchen sollte.

Problematisch wurde es erst bei der Einwahl in das Firmen-WLAN, was ich bereits in einem anderen Eintrag abgehandelt habe.

Erfreulich: Die Samsung-Programme zur Regelung des WLAN, der Energiemodi und der Bildschirmhelligkeit laufen anstandslos, wie schon von Vista gewohnt. Fehlende Treiber (Grafikkarte) wurden sofort über das Windows Update nachinstalliert, inkompatible Hardware gibt es keine. Alles funktioniert!

Auffallend gut an der 7 RC: Die neue Remotedesktopverbindung. Diese unterstützt nun auch die Desktopeffekte von Win 7 zu Win 7. Alle Animationen und Transparenzien sind also auch aus der Ferne verfügbar. Tolles Eyecandy! Sogar Videostreams lassen sich damit Remote flüssig darstellen – entsprechende Anbindung vorausgesetzt.

Eine Änderung scheint es in der Leistungsbewertung der Hardware von 7 gegeben zu haben. So ist der CPU-Score meines Notebooks um 0,5 Punkte, der der Festplatte um 0,3 Punkte höher als bei Vista. Der Arbeitsspeicher verlor 0,1 Punkt, die Grafikkarte im 3D-Modus 0,3. Zumindest bei der Grafikkarte will ich dies aber auf die frühen Treiber zurückführen. Unter x64 zeigte sich die gleiche „Problematik“. Wenn dies kein Fehler ist und Vista nicht noch nachgepatcht wird, ist es in Zukunft schwer Werte von Vista mit denen von 7 zu vergleichen.

Was sonst noch stören könnte: Hin und wieder finden sich ein paar englische Dialoge in dem ansonsten gut eingedeutschtem Betriebssystem. Da sollte man einem Release Candidate aber nicht zu nachtragend sein. Wenn das das einzige Problem bleiben sollte: Bitte!

Eine ausführliche Auflistung der Neuerungen für Endanwender finden sich auf:
http://blogs.technet.com/sieben/archive/2009/05/04/was-ist-neu-im-windows-7-rc-aus-endanwendersicht.aspx

Die Änderungen von Beta zu RC werden auf dem gleichen Blog beschrieben:
http://blogs.msdn.com/e7/archive/2009/02/26/some-changes-since-beta.aspx
http://blogs.msdn.com/e7/archive/2009/03/13/a-few-more-changes-from-beta-to-rc.aspx

Rechtzeitig zur xtopia 08 sind die ersten Surface-Tische in Deutschland eingetroffen. Vor Ort hatte ich die Möglichkeit ein Entwicklermodell ausführlich zu testen.

image Der erste Eindruck: Ein schickes Gerät mit recht kompakter Bauform – ich hätte ihn mir größer vorgestellt. Zweiter Eindruck: Das Display ist ein bisschen dunkel, was aber auch an der starken Ausleuchtung der Räume gelegen haben dürfte.

Eine Angst vor Fingerabdrücken ist bei dem Tisch im übrigen unbegründet: Die Glasflache ist komplett angeraut, so dass sie nicht nur sehr wertig aussieht und sich auch so anfühlt, sondern auch resistent gegen Abdrücke ist.

Die eigentliche Bedienung klappte am vorliegenden Entwicklermodell im Großen und Ganzen reibungslos. Was störte war, dass der Surface nicht auf jede Berührung reagierte. In einer Demoanwendung war es mir nahezu unmöglich deine Schaltfläche zur Zusammenarbeit zu bewegen. Allerdings scheint hier lediglich das Programm störrisch gewesen zu sein, da die installierten Testprogramme alle Berührungen fehlerfrei erkannten. Multitouch-Anwendungen waren dabei generell jedoch etwas behäbig, nicht immer wurde das gemacht, was man eigentlich wollte. So klappte das Zoomen und Rotieren meist erst nach etwas Übung.

Zu Demozwecken waren verschiedene Anwendungen installiert, darunter ein Puzzle mit wählbarem Schwierigkeitsgrad, ein Bildbetrachter und auch einen xtopia-Demoanwendung. Sobald man in dieser seine Visitenkarte auf den Tisch gelegt hat, wurde diese gescannt und man automatisch in seinen Facebook-Account eingeloggt, so dass man einen Überblick über seine Kontakte und Bilder erhielt. War noch ein zweiter Teilnehmer vorhanden, konnte diese auch untereinander ausgetauscht werden. Die Visitenkarten mussten jedoch vorher mit einem Tag versehen werden, der auf die Unterseite dieser geklebt wurde und durch den der Tisch dann wusste, um welche Person es sich dabei handelt.

Ein Scanner der Informationen auf der Visitenkarte ist leider (noch?) nicht möglich, da die Auflösung der Kamera zu niedrig ist. Damit wären dann aber jede Menge toller Einsatzmöglichkeiten denkbar. Vor allem in Kombination mit der Anbindung von Smartphones über Wifi oder Bluetooth.

image Etwas problematisch ist momentan die Geschwindigkeit der Tische. Für normale Anwendungen ist diese zwar vollkommen ausreichend, sobald aber (viele) Animationen genutzt werden kommt die Hardware schnell an ihre Grenzen, so dass die Darstellung anfängt zu ruckeln und sich somit nur schwer bedienen lässt. Nicht ganz unschuldig daran wird die Tatsache sein, dass sämtliche Programme im Speicher gehalten werden, so dass dieser mit der Zeit gut gefüllt wird. Erst nach einem Logout aus dem Gerät wird dieser wieder frei gegeben. Eine Technologie wie bei iPhone, welche immer nur eine Anwendung gleichzeitig ausführt, wäre hier sicher von Vorteil.

Insgesamt zeigt sich der Surface aber schon sehr ausgereift. Vor allem softwareseitig ist es Microsoft für Entwickler gelungen, eine erstaunlich Komplette Arbeitsumgebung zu schaffen und damit neue Anwendungen zu erbauen. Die Hardware ist sehr robust und schick gemacht, hat hier und da aber noch kleine Schwächen, die jedoch auch ihre Ursache an dem recht frühen Entwicklungsstadium der gezeigten Programme haben können.

Die Idee zum Surface ist mittlerweile schon sieben Jahre alt, vor fünf Jahren wurde diese erstmals Bill Gates präsentiert und insgesamt 85 Prototypen angefertigt, bis das Gerät seine jetzige Form bekommen hat.

Surface in Aktion bei der CES 2008:

Fotos: bloggindagger@flickr